Acer Chromebook C720

Seit gut einem Jahr bin ich nun im Besitz des Acer Chromebook C720. Angeschafft habe ich es aufgrund des günstigen Preises und dem Betriebssystem Google Chrome. Nach einer anfänglichen Begeisterung, musste ich feststellen, dass doch eine Menge Kompromisse zu schließen sind.

Sicher war mir klar, dass ich mich hier auf ein neues und in meinem Alltag eingeschränktes Betriebssystem einlasse, wollte diesem aber eine Chance geben. Die Hoffnung war da, dass Google über kurz oder (weniger) lang die Unterstützung von Android Apps möglich macht, was bis heute aber nicht geschehen ist. Das Chromebook ersetzte übrigens mein in die Jahre gekommenes Apple MacBook von 2007, welches ich schon vor längerer Zeit mit Windows 7 ausgestattet hatte. Ich werde hier nicht mit technischen Spezifikationen um mich werfen, sondern einfach meinen subjektiven Eindruck schildern.

Erster Eindruck

Der erste Eindruck nach dem auspacken war durchaus positiv. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, dem MacBook, war das Chromebook federleicht. Nur 1,2 Kilogramm bringt es immerhin auf die Waage. Bei dem Preis von 279 € hatte ich eine mangelhafte Verarbeitung erwartet, wurde jedoch positiv überrascht. Sicherlich besteht das Acer C720 komplett aus Plastik, doch fühlt es sich trotzdem noch hochwertig an.

Die nächste Überraschung kam beim ersten anschalten. Vom drücken des Power-Kopfes bis zur Anzeige des Desktops vergingen gerade mal 8 Sekunden. Eine Zeit, von der ich bei anderen Laptops nur träumen konnte. Einmal das Google-Konto eingegeben und ab ging es.

Der „Desktop“

Der Desktop ist eigentlich nichts anderes, als ein schönes Hintergrundbild. Man darf nicht ähnliche Funktionen erwarten, wie von Windows oder MacOS. Alle Apps werden über einen, dem Startmenü ähnlichen Launcher gestartet. Ausnahmslos laufen diese im Chrome Browser. Dies ist zu allererst gewöhnungsbedürftig, jedoch tauchen in der Taskleiste die entsprechenden Symbole auf, sodass man relativ schnell zwischen den Apps bzw. Webanwendungen wechseln kann. Es gibt auch eine Funktionstaste, die alle aktiven Fenster nebeneinander darstellt und die Auswahl erleichtert.

Die App Auswahl

Die Auswahl im Chrome Webstore lässt auch 2015 noch sehr zu wünschen übrig. Im Grunde sind fast alle reine Webanwendungen, die lediglich auf die entsprechende Webseite des Anbieters weiterleitet. Die Qualität ist in vielen Fällen ausbaufähig und die Tatsache, dass man sich den Server sicherlch mit tausenden anderen teilen muss, hilft einem auch nicht der recht schnelle Prozessor des Chromebooks. Hier befindet sich in den meisten Fällen der Flaschenhals, der das arbeiten damit zu einem Geduldsspiel macht.

Für Office Aufgaben beschränke ich mich inzwischen auf Googles Angebot, denn hier ist eine gewissen Leistungsfähigkeit und Geschwindigkeit garantiert.

Für Grafiken habe ich bis heute keine ordentliche App gefunden. Für rudimentäre Bearbeitungen nutze ich PicMonkey, doch stößt man da sehr schnell an seine Grenzen, beispielsweise wenn man zwei Bilder miteinander kombinieren möchte.

Der Speicher

Zwar erhält man beim Kauf des Acer P720 100 GB Google Drive Speicher für zwei Jahre gratis dazu, doch ist der interne Speicher mit einer 16 GB SSD mehr als schmal konzipiert. Die Tatsache, dass Google Drive oftmals eine Weile zum synchronisieren braucht, nötigt einen dazu, Dateien auf dem Chromebook zu speichern. Sollte man nach den zwei Jahren nicht gewillt sein, die 2 USD für 100 GB Speicher weiter zu bezahlen, sollte man sich ohnehin eine andere Möglichkeit suchen. Ich tendiere inzwischen dazu, die SSD aufzurüsten, auch wenn dies nicht so einfach werden wird.

Fazit

Für das reine schreiben und die diversen Online-Tätigkeiten, die man heutzutage erledigt, ist das Chromebook wie geschaffen. Nach dem Einschalten ist es rasant schnell verfügbar und sofort online. Google, YouTube und Co funktionieren genauso gut, wie Amazon Instant Prime, trotz Silverlight Zwang. Solange man beim bloggen also nicht auf aufwendig bearbeitete Bilder setzt, ist das Chromebook der ideale Begleiter. Trotz mangelhaftem Speicher… :-)

Ich hoffe ja immer noch darauf, dass Android Apps im Tablet Modus auf dem Chromebook laufen, denn das würde die Anzahl qualitativ hochwertiger Apps mit einem Schlag verhundertfachen.