Nach langer Zeit habe ich mit Tomorrowland: A world beyond endlich mal wieder einen Film gesehen, der mich nicht nur optisch begeistern konnte. Sicher lebt dieser Film von seinen visuellen Effekten, doch geht die Story tiefer, als sich manch ein Kritiker bisher eingestehen konnte.

Mit Tomorrowland: A world beyond hat Disney einen Film abgeliefert, der sich etwas von dem üblichen Programm abhebt. Ich hatte mich im Vorfeld kaum über den Film informiert, sodass ich völlig unbeeinflusst und spontan ins Kino um die Ecke gegangen bin. Unter anderem lag es daran, dass sich kurzentschlossen meine Schwägerin zum Babysitting bereit erklärt hatte.

Das mich hier eine andere Storyline, als bei Disney üblich, erwartet, konnte ich bereits im Kinosaal sehen. Statt der Familien mit Kindern, saßen hier gestandene Pärchen, teils jenseits der fünzig. Die Altersfreigabe von 12 Jahren suggerierte schon, dass es kein heile Welt Film werden wird.

Die Story – Achtung Spoiler

Casey Newton (Britt Robertson) ist ein Teenager mit Idealen. Ihr Vater arbeitete bei der Nasa und muss nun helfen, die Startrampen für das eingestellte amerikanische Raumfahrtprogramm abzureißen. Dies kann sie nicht zulassen und macht sich nachts auf den Weg, um die Abrissmaschinen zu sabotieren, um diesen so weit wie möglich hinaus zu ziehen, wenn nicht gar zu verhindern, denn ihr Vater wäre danach arbeitslos. Bei einem ihrer Ausflüge wird sie erwischt und verhaftet. Nachdem ihr Vater die Kaution stellt, findet sie unter ihren Sachen einen Pin mit einem seltsamen Symbol, der nicht ihr gehört. Sobald sie ihn berührt, verändert sich die Umwelt. Sie steht in einem weiten Weizenfeld, an dessen Horizont sich eine futuristische Stadt erhebt. Sie beschließt, sich auf die Suche nach dem Ursprung des Pins zu begeben und gerät dabei in allerlei Abenteuer, bei denen ihr der Audiovisuelle Automat (Roboter) Athena (Raffey Cassidy) und der desillusionierte Erfinder Frank Walker (George Clooney) zur Seite stehen. Die Spur führt nach Tomorrowland, einem Ort in einer anderen Dimension, in dem Wissenschaftler jenseits von kapitalistischen und politischen Interessen ihre Visionen Wirklichkeit werden lassen können.

Die reale Welt steht am Abgrund einer selbstgemachten Apokalyse, die Frank als unabwendbar betrachtet. Seine persönliche Doomsday Clock zählt nur noch 63 Tage. Mit Caseys eintreffen, reduziert sich plötzlich die 100 prozentige Wahrscheinlichkeit um ein wenig, sodass er ihr hilft, den weg nach Tomorrowland zu finden.  Hier treffen sie auf David Nix (Hugh Laurie), den Anführer der Stadt, der nichts unternehmen will, um die Welt zu retten.

Kritik

Im ersten Augenblick scheint die Story ein wenig abwegig zu sein. Andere Kritiken sprechen von einer Kaugummizähen Entwicklung, die ich so nicht nachvollziehen kann. Vielleicht liegt es auch ein wenig an meiner Einstellung. Unbestreitbar ist, dass sich unsere Welt mit all den Katastrophen, Kriegen und der Umweltverschmutzung am Abgrund befindet, oder zumindest auf einem guten Weg dahin. Doch ist nichts unabwendbar. In Tomorrowland wurde ein Apparat entwickelt, mit dem man in Vergangenheit und Zukunft blicken kann. Gerade die Zukunft erweist sich hier als katastrophal. Was zuspät erkannt wird ist, dass diese Maschine Signale in die reale Dimension zu der Menscheheit sendet, doch tut man nichts dagegen, da die Menschen sich nur zu gerne in die bequeme unabwendbarkeit des Ende der Welt begibt, anstatt mit vereinten Kräften etwas dagegen zu tun.

Auf der einen Seite dürften sich Aluhutträger bestätigt fühlen, die annehmen, die Menschheit würde von außen gesteuert. Auf der anderen kommen hier aber auch die Optimisten unter uns dazu zu sagen, wenn der Weg in den Abgrund führt, lasst uns doch einen anderen einschlagen. Es ist immer eine Frage, wie man in den Wald hineinruft, denn so ruft es zurück.

Ich persönlich mag die Vorstellung, dass uns jede Entscheidung in eine andere Richtung bringen kann. Keine Katastrophe, kein Krieg und keine Umweltverschmutzung muss entgültig sein. Wir müssen uns nur entscheiden, etwas dagegen zu tun. In unserer momentanen Situation, die von Profitgier und scheuklappenähnlichen politischen Interessen geprägt ist, mag es schwierig sein, doch denke ich, dass man nur den ersten Stein ins Wasser werfen muss, um das Wasser in Bewegung zu setzen. Irgendwann machen genug Menschen mit, um eine Welle zu erzeugen, die die Welt zu einem anderen Ort machen kann. In positivem Sinne.