Bild: Walt Disney Studios

Am Samstag war für mich Kinotag und meine Frau schlug John Carter – Zwischen zwei Welten vor. Es sei ein Film á la Krieg der Sterne, sagte sie. Nun, das kann man eher nicht behaupten. Nachdem ich mich ein wenig informiert habe, indem ich mir Trailer und die ersten 10 Minuten anschaute, machte ich mir ein anderes Bild, welches sich auch als falsch herausstellte.

Die Handlung

John Carter ist ein Abenteurer, niemand weiß so recht, was er wirklich tut, nur dass er steinreich ist und überall auf der Welt nach Artefakten sucht, das weiß man. Eines Tages erhält sein Neffe Edgar Rice Borroughs ein Telegramm von John, in dem er aufgefordert wird, möglichst schnell zu kommen. Als er bei seinem Onkel eintrifft, kann ihm dessen Anwalt nur noch eine traurige Nachricht überbringen: John Carter ist tot.

In seinem letzten Willen hat er explizit bestimmt, wie er bestattet werden will: In einem offenen Sarg in der von ihm selbst gebauten Gruft auf dem Anwesen. Sein Neffe Edgar wird als Alleinerbe fungieren, sofern er 25 Jahre auf dessen Besitz und Leichnam aufpasst. Weiterhin überreicht ihm der Anwalt ein versiegeltes Tagebuch des Onkels, das nur Edgar lesen darf und dies tut er…

… Das Tagebuch beginnt vor 13 Jahren, als John Carter im Arizona Territorium auf der Suche nach einem sagenhaften Goldschatz ist. Sein gutes Verhältnis zu den ansässigen Apachen und seine Vergangenheit als hoch dekorierter Kavallerie Offizier der Südstaaten veranlasst den Major der dortigen Truppen ihn zwangsrekrutieren zu wollen, was John gar nicht behagt und so entscheidet er sich zur Flucht. Bei der Verfolgung stoßen die Männer des Majors auf einen Trupp Apachen, die, nachdem einer der Kavallaristen grundlos losgeschossen hat, den Major verletzen. John Carter, von seinem Gewissen getrieben, nimmt sich seiner an und sie fliehen in eine Höhle, vor der die Indianer ehrfürchtig zurückschrecken.

Erstaunt sieht Carter, dass dies der Ort ist, den er schon lange sucht… die Spinnenhöhle. Während er die Felszeichnungen untersucht, erscheint plötzlich ein Mann in einem grauen Gewand wie aus dem nichts. Carter, erst erstaunt, schießt diesen nieder, als er versucht ihn anzugreifen. Im sterben flüstert dieser Mann seltsame Worte und Carter wiederholt diese… Im nächsten Moment erwacht Carter in einer seltsamen Wüste. Die Höhle und der Mann sind verschwunden und er befindet sich in einer fremden Welt.

Die Technik

Filmtechnisch ist der Film eine Granate. Die Computeranimierten Charaktere spiegeln noch mehr Emotionen mit ihrer Mimik wieder, wie in Avatar und der war schon ein technisches Meisterwerk. Normalerweise mag ich keine 3D Filme, weil ich immer wieder von der Handlung abgelenkt werde, da ich (Brillenträger) Schwierigkeiten habe das Bild richtig zu fokussieren. Im Gegensatz zum „normalen“ Sehen, wird einem hier der Fokus vorgegeben. Konzentriert man sich also auf einen anderen Punkt des Bildes, gerät man – oder eher ich – schnell aus dem gewünschten 3D Effekt.

John Carter scheint auch hier technisch aufgeholt zu haben. Die einzigen Momente in denen mir dies passiert ist waren die, in denen mir die 3D Brille von der Nase gerutscht ist.

Mein Fazit

Beim ersten lesen der Filmbeschreibung und beim ansehen der Trailer (insbesondere die 10 Minuten Exklusiver Filmausschnitt, den man auf YouTube finden kann), dachte ich: Oh nee. Ein Aufguss von Avatar, wo der Held des Filmes den armen unterdrückten Ureinwohnern hilft. Weit gefehlt!

John Carter – Zwischen zwei Welten basiert auf einer Romanreihe von Edgar C. Borroughs, dem Erfinder von Tarzan. Verfilmt wurde hier der erste Band The Princess of Mars. Leider wurden in Deutschland nur die ersten 4 Bände übersetzt und sind inzwischen auch nicht mehr zu bekommen. Wer gut englisch kann, kann sich allerdings die eBooks im Original aus dem Netz laden, da das Copyright inzwischen abgelaufen ist. Erstveröffentlichung war 1912!

Um auf mein Fazit zurück zu kommen. Die Geschichte ist klasse erzählt, mit einigen unlogischen Passagen, die im original jedoch genauso vorhanden sind. Dies ist wohl der Zeit geschuldet, in der diese Geschichte enstanden ist. Die Spannung wird mit kleinen Längen gut gehalten und zum Ende hat man tatsächlich Lust auf mehr, vor allem nach dem überraschenden Ende, wenn der Neffe nach dem lesen des Tagebuches zum Grab seines Onkels eilt und eine überraschende Entdeckung macht.

Ich kann den Film jedem empfehlen der gerne Romantik, Action, Science Fiction und Abenteuer á la Jules Verne und Karl May mag.

Hier der Trailer sowie einige Szenenfotos:

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Bild: Walt Disney Studios

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