Man kann nicht gerade sagen, dass ich ein Grüner oder ein besonders aktiver Umweltschützer wäre, dazu müsste ich erstens ein anderes Auto fahren und zweitens müsste der Sprit billiger sein, dann würde ich nämlich eher mit dem Auto zur Arbeit fahren. Doch eine Sache regt mich persönlich ziemlich auf: Die Coffee to Go – Becher!

Es geht mir nicht um die Sache des Coffee to Go an sich, auch wenn es in den Augen mancher den Niedergang der Trinkkultur beschleunigt, sondern vielmehr um die gedankenlose Entsorgung der Becher, die in der Anschaffung immerhin um die 7 Cent kosten. Nicht genug, dass die Becher, wie auf dem Bild oben zu sehen, überall herumstehen. Nein, auch in der S-Bahn, U-Bahn oder Tram (Straßenbahn) muss man sich beim hinsetzen vorsehen, nicht auf einem dieser Becher zu landen. Von verschüttetem Kaffee auf dem Boden mal ganz abgesehen, der bei Milchkaffee gleich so richtig schön an den Schuhen klebt.

Neben der verlorenen Trinkkultur scheinen die Konsumenten auch jedwede andere Kultur verloren zu haben. Gut, die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin zählen schon lange nicht mehr zu den saubersten, doch sind wir daran irgendwie selber Schuld. Neben den Bechern finden sich Kaugummis, Brötchentüten, Bierflaschen und allerlei anderer Unrat, der von den Fahrgästen arglos auf den Boden geschmissen oder zwischen die Sitze gestopft wird. Letztens ist es mir doch tatsächlich passiert: Ich setzte mich in die S-Bahn und bemerkte nicht, dass etwas zwischen den Sitzen steckte. Erst nachdem ich ausstieg und eine feuchte Stelle an der Hose spürte bemerkte ich, dass scheinbar jemand sein halb gegessenes und mit reichlich mit Remoulade bestrichenes Brötchen da zwischen den Sitz gestopft hatte. Kein angenehmes Gefühl kann ich Euch sagen, wenn man mit der vollgeschmierten Hose einen ganzen Arbeitstag lang unterwegs sein muss.

Aber ich schweife ab. Ich rufe die Verkäufer von Coffee to Go auf, einen Becherpfand einzuführen. So haben wenigstens die Flaschensammler etwas von den liegen gelassenen Bechern. Ähnlich wie mit den PET-Flaschen können sich diese dann ein kleines Zubrot verdienen und halten nebenbei die Bahnhöfe und Züge sauber. Hoffen wir (oder besser ich) mal, dass die Politik da eine Lösung findet, denn es ist bereits ein Thema in den Medien.

So ganz nebenbei könnte ein Verzicht, oder wenigstens eine reduzierung des Coffee to Go Konsums einen gesundheitlichen Vorteil bieten, wie Deutschlands seriöses Nachrichtenmagazin Der Koyote berichtet. In diesem Sinne: Genießt Euren Kaffee.