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Es ist mal wieder Zeit für eine Blogparade. Das Thema diesmal: Monetarisierung des eigenen Contents. Robert von Toushenne.de teilt diese Frage, die nicht leicht zu beantworten ist.

Wie viel würde ich zum Beispiel für einen Blogartikel ausgeben?

Wenn ich ehrlich bin, nicht viel. Das Netz ist dermaßen groß, dass es den gesuchten Content auf der einen oder anderen Seite sicherlich auch kostenlos gibt. Ausnahmen bilden hier nur sehr spezielle Themen, die rar gesät sind und somit eine Lücke füllen. Wenn die Qualität entsprechend ist, bin ich gerne bereit dafür zu bezahlen. Das Problem ist nur: Die Qualität kennt man erst, wenn der Artikel gelesen, oder das Video angeschaut ist. Ich persönlich habe eine große Hemmschwelle für etwas zu bezahlen, dessen Nutzen ich im Vorfeld nicht verifizieren kann. Ein Auto fahre ich zur Probe, ein Handy teste ich im Laden und so weiter. In diesem Fall müsste also die Einleitung genug Informationen beinhalten, damit ich neugierig auf die Lösung bin.
Wieviel ich zahlen würde?
Sicherlich gibt es Dinge, für die man ein paar Euro ausgeben würde, doch ist es immer eine Frage des Budgets und der Menge der Informationen. Am liebsten wäre mir ein Cent-Betrag. Dieser tut nicht weh und die Kaufentscheidung schnell gefallen. In Zeiten der 9 Cent Tarife überlege ich auch nicht vorher, ob ich kurz wo anrufe. ich tue es einfach. Hier sehe ich den Vorteil, dass die Masse die Kasse macht.

Für welche Art von Inhalten würde ich bezahlen?

Sicherlich nicht für Alltagsinformationen, wie News- oder Meinungsartikel. Der bezahlte Beitrag muss mir selbst schon einen Mehrwert geben, dass ich gewillt bin, zu zahlen. Tutorials, längere Specials und Berichte mit Tiefgang könnten mich aber dazu bringen, den Inhalt zu bezahlen.

Welche Bezahlform würde ich wählen?

Einfache Frage: Die einfachste. Sicherlich ist PayPal weit verbreitet und auch einfach zu nutzen, sofern man bereits registriert ist, doch fressen die Gebühren den gezahlten Betrag dermaßen auf, dass der Preis entsprechend hoch sein muss. Dies wiederum schreckt potentielle Käufer des Inhaltes ab. Ich denke da hat LaterPay eine gute Idee gehabt, die ich mir durchaus vorstellen könnte auch auf meinem blog einzusetzen.
Auf jeden Fall schrecke ich vor Abo-Modellen zurück. Hier gab es in der Vergangenheit einfach zu viele negative Schlagzeilen und ich glaube auch, dass die Akzeptanz in der Userschaft dadurch gesunken ist.Eine Zahlung pro Beitrag ist immer noch das Beste System. So hat man die Kontrolle über die Kosten und kann sein Geld auch auf mehrere Content-Produzenten verteilen.

Würde ich auf freiwilliger Basis für Inhalte bezahlen (spenden), quasi wie ein „Like“ oder „Tweet“?

Definitiv! Insbesondere wenn es sich nur um Cent Beträge handelt. Da sitzt die Brieftasche dann doch ein wenig lockerer. Richtig gute Projekte kann man dann eben mehrmals unterstützen, oder der Betreiber bietet mehrere Möglichkeiten an, ihm Geld zukommen zu lassen.

Wann würde ich nicht bezahlen?

Wenn der Inhalt es nicht wert ist, die Hürden zum bezahlen zu hoch gesteckt sind, oder aggressiv darauf hingewiesen wird. Bestes Beispiel: Die Berliner Morgenpost und ihr Paywall. Oft wollte ich näheres wissen, landete dann aber an eben dieser. Gerade für Nachrichten ist das kein Grund für mich dann ein Abo über einen zweistelligen Eurobetrag pro Monat abzuschließen.

Steht die Bezahlung von (Blog)Inhalten meiner Meinung nach grundsätzlich im Gegensatz zur Philosophie?

Hier muss man wieder einmal die Art und Qualität des Contents betrachten. Bei der Mehrzahl der gefühlten einemilliondreihundertfünfundneunzigtausend Blog ist sie sicher unangebracht. Aber warum sollen sich Autoren im netz nicht für ihre Arbeit bezahlen lassen? In Zeiten von Adblockern und Co bleibt ja gar nichts anderes mehr übrig. Die Produktion von gutem Content kostet Zeit und Zeit ist Geld. An einem guten Artikel schreibe ich oft einen ganzen Tag. Da ich kein Hauptberuflicher Blogger bin, bleiben mir dafür nur die Abende und die Wochenenden. Wenn da noch Familie hinzu kommt, wie in meinem Fall, möchte man die seltene Freizeit auch mit dieser verbringen. So bleibt nichts anderes übrig, als sich den Content entweder bezahlen zu lassen, oder weniger zu schreiben.

Mein Fazit

Klar würde ich für gute Inhalte bezahlen und vor allem auch bezahlt werden. Allerdings nicht für die gesamte Seite, sondern für ausgesuchte Artikel, die dem Leser einen Mehrwert bieten. Blogparaden gehören da nicht dazu :-)